Politisch motivierte Straftaten Mehr Polarisierung, mehr Gewalt 09.06.2026

Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland hat im vergangenen Jahr mit 85.837 Fällen einen neuen Höchststand erreicht, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und BKA-Präsident Holger Münch präsentierten die Zahlen und betonten, dass rechtsextreme Täter mit Abstand die meisten Gewaltdelikte verursachen (42.544 Fälle, davon viele Propagandadelikte, aber auch ein Anstieg der Gewaltdelikte um sieben Prozent auf 1.598). Gleichzeitig verzeichnete das BKA einen deutlichen Anstieg links motivierter politischer Straftaten um 35,29 Prozent auf 13.490 Fälle, wobei Sachbeschädigungen über die Hälfte ausmachten, und auch links motivierte Gewalt nahm zu (1.087 Gewaltdelikte). Hasskriminalität stieg um 1,8 Prozent auf über 22.000 Fälle, wobei Fremdenfeindlichkeit mit 19.484 Fällen konstant hoch blieb, während frauenfeindliche Taten von 558 auf 819 anstiegen, was Münch auch auf soziale Medien zurückführt. Die Ursachen sieht Münch in zunehmender Polarisierung und extremistischer Propaganda, während Dobrindt trotz eines Rückgangs der Gewalt gegen Politiker (auf 85 Fälle) den Schutz von Kommunalpolitikern betont und Maßnahmen zur Stärkung von Polizei und Verfassungsschutz sowie zur härteren Bestrafung von Gewalt gegen Einsatzkräfte ankündigt.













