Die Schweiz hat die SVP-Initiative gegen eine «10-Mio-Schweiz» deutlich abgelehnt. Der Politologe Adrian Vatter von der Universität Bern analysiert das Ergebnis und hebt einen ausgeprägten Stadt-Land-Graben hervor. Während städtische Gebiete die Vorlage stark ablehnten, was Vatter auf den direkten Kontakt zu Migranten und den Abbau von Ängsten zurückführt, wird die Zuwanderung auf dem Land primär medial wahrgenommen. Trotz der Niederlage wertet Vatter die Mobilisierung der SVP mit 45 Prozent Ja-Stimmen als Erfolg ihrer Themenkompetenz. Gleichzeitig betont er, dass eine breite Allianz aus Wirtschaft, Gewerkschaften und verschiedenen politischen Lagern den Sieg errang. Vatter warnt jedoch, dass das Verhindern einer Vorlage einfacher sei als die gemeinsame Gestaltung von Lösungen für Infrastruktur- und Wohnungsbauprobleme. Zudem thematisiert er die kritische Rolle von Bundesrat Beat Jans im Abstimmungskampf.