Pressefreiheit in Italien Bespitzelt von "Graphite" - aber von wem beauftragt? 03.05.2026

** Der italienische Journalist und Chefredakteur Francesco Cancellato von „Fanpage“ wurde Ende Januar 2025 per WhatsApp über einen Hack mit der militärischen Spyware „Graphite“ informiert. Untersuchungen bestätigten die Infektion seines Telefons, das heimlich Nachrichten, Mails, Kamera und Mikrofon auslesen kann. Cancellato vermutet einen Zusammenhang mit seiner zuvor veröffentlichten brisanten Undercover-Recherche über faschistische Sympathien in der Jugendorganisation von Giorgia Melonis Partei „Fratelli d’Italia“. Die Software stammt vom israelischen Konzern Paragon Solutions, der sie nur an demokratische Staaten gegen Terrorismus verkauft. Der Fall ist Teil eines größeren Musters: WhatsApp registrierte Angriffe auf Journalisten in 14 EU-Ländern. Italien rutschte in der RSF-Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 56 ab, was auf Einschüchterungsklagen und das „Maulkorbgesetz“ zurückgeführt wird. Die EU hat bisher keine wirksamen Regulierungen für Überwachungsfirmen erlassen, da Mitgliedstaaten sich auf nationale Sicherheit berufen. Cancellato erhielt von der Regierung keine Aufklärungshilfe und sieht in seinem Fall eine Warnung für den Schutz journalistischer Quellen in Europa.














