Die Nutzung des polizeilichen Gesichtserkennungssystems (GES) in Deutschland hat sich im Jahr 2025 mit rund 343.856 Suchläufen mehr als verdoppelt, was auf ein KI-Upgrade und mobile Apps zurückzuführen ist. Insbesondere die Kriminalämter von Bund und Ländern verzeichneten einen starken Anstieg von 121.000 auf über 313.500 Suchläufe, während die Bundespolizei ihre Nutzung um etwa 50 Prozent auf rund 30.000 Abfragen steigerte. Das System, das seit 2008 besteht und Gesichtsmerkmale mit der Inpol-Datei abgleicht, nutzt nun eine KI-basierte Software des BKA mit einer Fehlerrate unter einem Prozent. Kritiker warnen vor einer digitalen Stigmatisierung, da Personen aus sozioökonomisch schwachen Schichten oder als ausländisch wahrgenommene Menschen überproportional oft kontrolliert und somit wahrscheinlicher identifiziert werden.