Rekord bei offenen Strafverfahren "Es erschüttert das Vertrauen in den Rechtsstaat" 28.02.2026

Die deutschen Staatsanwaltschaften und Gerichte sehen sich mit einem Rekord an unerledigten Strafverfahren konfrontiert, der Ende 2025 erstmals die Marke von einer Million überschritten hat, verglichen mit 700.000 fünf Jahre zuvor. Oberstaatsanwältin Jessica Hansen aus Cottbus und der Deutsche Richterbund berichten von erheblichem Leistungsdruck und der Gefahr, dass junge Juristen angesichts der Verfahrensmassen verzweifeln. Dieser Rückstau zwingt Staatsanwaltschaften dazu, Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen oder mutmaßliche Straftäter wegen zu langer Verfahrensdauer aus der Untersuchungshaft zu entlassen, was das Vertrauen in den Rechtsstaat untergräbt. Brandenburgs Justizminister Benjamin Grimm bestätigt Fälle, in denen mutmaßliche Straftäter freigelassen werden mussten, und fordert, wie der Richterbund, mehr Personal und finanzielle Unterstützung vom Bund für einen neuen Rechtsstaatspakt, der 2.000 zusätzliche Richter und Staatsanwälte finanzieren könnte.














