Der Kampf zwischen Mietenden und Vermietenden ist in der Schweiz rund 150 Jahre alt. Wie Alt-Politiker und Journalist Niklaus Scherr, früher Geschäftsführer des Mieterverbands Zürich, erklärt, ging es anfangs weniger um Geld als um Wohnqualität. In Zürich etwa entzündete sich ein grosser Streit am sogenannten Weisseln der Küche: Mieter mussten nach dem Kochen mit Kohleherden die geschwärzten Wände wieder reinigen. Selbst als Elektroherde Einzug hielten, wollten Vermieter an dieser Regel festhalten. Der Mietpreis war damals kaum ein Thema, da Lebensmittel den grössten Ausgabenposten darstellten.