Statt Befinden zu verbessern: „In Deutschland wird Pflegebedürftigkeit oft nur verwaltet“, warnt Aufsichtsorganisation 27.02.2026

Die Vize-Chefin des Medizinischen Dienstes Bund, Carola Engler, kritisiert, dass in Deutschland die Pflegebedürftigkeit oft nur verwaltet statt verbessert werde. Statt die Gesundheit pflegebedürftiger Menschen durch Reha- oder Therapiemaßnahmen zu stabilisieren, werde lediglich die Verschlechterung des Zustands dokumentiert, was häufig zur Einweisung ins Pflegeheim führe. Engler bemängelt, dass 60 Prozent der Pflegebedürftigen, die zu Hause von Angehörigen versorgt werden, im Dunkeln gelassen würden, da es keine standardisierte Zuständigkeit für die Verbesserung ihrer Situation gebe. Sie fordert für die geplante Pflegereform den Zugriff des Medizinischen Dienstes auf elektronische Patientenakten, um eine bessere Einschätzung zu ermöglichen und Hausärzte einzubinden. Zudem warnt sie davor, die Schwellwerte für die Pflegegrade aus Kostengründen zu senken, da sich die demografische Lage und die Bedürfnisse geändert hätten.














