Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die US-israelischen Angriffe auf den Iran ungewöhnlich scharf als völkerrechtswidrig und politisch verhängnisvoll kritisiert. Er bezweifelte die von den USA angeführte Begründung eines unmittelbar bevorstehenden iranischen Angriffs. Die Bundesregierung und das Auswärtige Amt distanzierten sich jedoch ausdrücklich von Steinmeiers Einschätzung und betonten, dass die völkerrechtliche Prüfung noch nicht abgeschlossen sei und der Bundesregierung obliege. Während Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer Steinmeiers Haltung lobte, riefen CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn und der israelische Botschafter Ron Prosor zur Zurückhaltung auf und warnten vor einer Untergrabung des Selbstverteidigungsrechts. Der Dissens zwischen Staatsoberhaupt und Regierung ist ungewöhnlich offen.