Steueraffäre in der Waadt: Dem Kanton sind nach eigenen Angaben «theoretisch maximal» gut 200 Millionen Franken entgangen 03.06.2026

Die Steuerbehörden des Kantons Waadt haben jahrelang offenbar wohlhabende Steuerzahler illegalerweise mit zu grosszügigen Rabatten bedacht. Erstmals beziffert die Finanzdirektion unter der Leitung von Metihe Mehmeti nun den "theoretisch maximalen" Verlust auf 202,7 Millionen Franken. Dies ist deutlich weniger als frühere Schätzungen von bis zu einer Milliarde Franken. Die Behörden betonen, dass es sich um einen hypothetischen Betrag handelt, da reale Abwanderungseffekte nicht berücksichtigt werden können. Über die Jahre 2009 bis 2021 erhielten demnach im Schnitt fast dreimal so viele Steuerzahler den Rabatt ("bouclier fiscal") wie gesetzlich vorgesehen, da dieser falsch berechnet wurde, oft nur auf Einkommen oder Vermögen statt beidem. Die Affäre, die bereits zu Rücktritten und Untersuchungen führte, betrifft unter anderem die Amtszeit des heutigen Ständerats Pascal Broulis.
















