Der Schweizer Ständerat hat entschieden, dass Hochspannungsleitungen im Grundsatz über dem Boden an Masten errichtet werden sollen, anstatt bei jedem Projekt eine Erdverlegung zu prüfen. Energieminister Albert Rösti begrüßt diesen Entscheid als notwendige Beschleunigung des Netzausbaus. Während die Kantone und einige Ständeräte vor Konflikten mit Gemeinden warnen, betonen Befürworter wie Benedikt Würth die geringeren Kosten und die höhere Zuverlässigkeit von Freileitungen gegenüber Erdkabeln. Eine Ausnahme gilt innerhalb von Bauzonen, wo Erdkabel weiterhin geprüft werden können. Zudem gewichtet der Rat die Energieversorgungssicherheit nun höher als den Schutz von Moorlandschaften, was bei Umweltorganisationen wie Pro Natura und dem WWF sowie bei den Grünen scharfe Kritik auslöste, da dies einen Verfassungsgrundsatz aus der Rothenturm-Initiative aufweiche. Die Vorlagen werden im Parlament weiter debattiert.