Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) um die Ozonpionierin Susan Solomon haben nachgewiesen, dass die schädliche Wirkung auf die Ozonschicht deutlich früher begann als bisher angenommen. Mithilfe moderner Modellierung und historischer Emissionsdaten hätten erste Anzeichen der Schädigung bereits 1957 erkannt werden können – fast 30 Jahre vor der tatsächlichen Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis im Jahr 1985. Die Überraschung war groß, als das Team eine andere Ursache fand: Die chemische Verbindung Tetrachlormethan (CCl4), die unter anderem in der Textilreinigung verwendet wurde, hatte bereits in den 1940er-Jahren die Atmosphäre verunreinigt und zum Ozonabbau geführt – und zwar zunächst in der Stratosphäre über den Tropen, nicht über der Antarktis.