Studie: Wenige Kranktage oft Zeichen für schlechtes Klima 08.06.2026

Eine aktuelle Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) legt nahe, dass niedrige Krankheitsstände in Unternehmen nicht immer ein Zeichen für ein gesundes Arbeitsumfeld sind. Stattdessen könnten sie auf ein problematisches Klima hindeuten, das durch Präsentismus – das Arbeiten trotz Krankheit – gekennzeichnet ist. Dies wurde insbesondere im Schweizer Gesundheits- und Pflegebereich beobachtet, wo schlechter bewertete Vorgesetzte mit niedrigeren Krankheitstagen korrelierten. Gründe dafür sind oft Druck, Loyalität oder die Angst vor negativen Konsequenzen, was als "Krankheitsscham" bezeichnet wird. Eine gemeinsame Auswertung von Swica und dem Kompetenzzentrum Work Med zeigt zudem, dass 57 Prozent der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten durch Arbeitsplatzkonflikte verursacht werden, was zu langen Ausfällen und sogar Arbeitsplatzverlust führen kann. Während die Krankentage in der Schweiz zwischen 2010 und 2024 um über ein Drittel gestiegen sind, warnen Experten davor, niedrige Fehlzeiten als alleiniges Erfolgsmerkmal zu betrachten, da dies auf übermäßige Belastung der Mitarbeiter hinweisen kann.














