Die SVP-Initiative «Gegen eine 10-Millionen-Schweiz» hat eine ausserordentlich intensive mediale und finanzielle Kampagne ausgelöst, die eine weit überdurchschnittliche Stimmbeteiligung von fast 60 Prozent zur Folge hatte. Trotz breiter Anerkennung des Problems der überlasteten Infrastruktur (73 Prozent) wurde die Initiative zur Begrenzung der Einwohnerzahl auf 10 Millionen von 55 Prozent der Stimmbevölkerung abgelehnt. Hauptgründe für die Ablehnung waren die Sorge vor einer Gefährdung des bilateralen Wegs mit der EU und der Bedarf an Zuwanderung zur Deckung des Fachkräftemangels, insbesondere in der Westschweiz, bei Frauen und in städtischen Gebieten. Im Gegensatz zur Masseneinwanderungsinitiative 2014 erwiesen sich die Gegner als präsenter, und das geopolitische Umfeld sowie die Starrheit des 10-Millionen-Limits sprachen gegen die Annahme.