Argentiniens Präsident Javier Milei droht, die Erinnerungskultur des Landes an die Militärdiktatur von 1976 bis 1983 aufzuweichen, die von Folter und Tausenden von Toten geprägt war. Dies steht im Gegensatz zu dem historischen Prozess gegen die Militärjunta im Jahr 1985, bei dem Staatsanwalt Julio Strassera mit dem Satz „Nie wieder“ die Verbrechen anprangerte und lebenslange Haftstrafen forderte. Die Aufarbeitung dieser dunklen Periode war ein zentraler Bestandteil der argentinischen Erinnerungskultur, um staatlichen Terror und Menschenrechtsverletzungen unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit zu verhindern. Mileis ideologische Ausrichtung könnte diese Errungenschaften gefährden.