„Tancredi“ im Frankfurter Opernhaus – Liebe, Leid, Leid und Leid 08.06.2026

Die Oper Frankfurt präsentiert Gioachino Rossinis selten gespielte Opera seria „Tancredi“ in einer Inszenierung von Manuel Schmitt. Das Werk aus dem Jahr 1813, das im selben Jahr wie Rossinis komödiantischer Erfolg „L’italiana in Algeri“ entstand, feierte einen frühen Durchbruch für den jungen Komponisten, obwohl seine Komödien heute bekannter sind. Die Produktion hebt sich als Sängerfest hervor, insbesondere durch die Darbietungen von Cláudia Ribas als Tancredi und Bianca Tognocchi als Amenaide. Musikalisch geleitet von Giuliano Carella, bietet die Aufführung beeindruckende Gesangsleistungen und zeigt Rossinis Talent für schwungvolle Arien und dramatische Steigerungen, selbst in einem ernsten Stück. Die Inszenierung verlegt die Handlung von Syrakus ins heutige ländliche Milieu, kann aber die psychologischen Motivationen der Charaktere nur bedingt auf der Bühne vermitteln, was trotz der technischen Brillanz der Sänger zu einem Gefühl der Ratlosigkeit beim Publikum führen kann.














