Udo Röbel: »Da ist die ›Bild‹ politisch impotent« 10.06.2026

In einem Interview mit der ZEIT analysiert der ehemalige Bild-Chefredakteur Udo Röbel, 76, die zunehmende Verrohung der modernen Medienlandschaft. Röbel, der bis zum Jahr 2000 die Bild-Zeitung in Hamburg leitete und später für die Madsack-Verlagsgruppe tätig war, vergleicht die heutige Social-Media-Kultur mit der traditionellen Boulevardberichterstattung. Er stellt fest, dass soziale Netzwerke weitaus gnadenloser und hämischer agieren, da Nutzer ohne redaktionelle Filterung und getrieben von Emotionen handeln, während Algorithmen dieses Verhalten zusätzlich belohnen. Zudem reflektiert er über die schwindende Macht klassischer Medien wie der Bild-Zeitung, die zwar als Sprachrohr relevant bleibt, jedoch an Einfluss verliert, da Politiker zunehmend eigene Kanäle zur Reichweitensteigerung nutzen. Röbel kritisiert in diesem Zusammenhang die Dünnhäutigkeit mancher Politiker im Umgang mit Shitstorms und die aktuelle Praxis der Strafverfolgung von Online-Beleidigungen.














