Urlauber auf Menschenjagd im Krieg: Erster „Sniper-Tourist“ wohl enttarnt – jetzt spricht sein Anwalt 09.02.2026

Ein 80-jähriger Italiener aus der Provinz Pordenone steht im Verdacht, als „Sniper-Tourist“ während des Bosnienkriegs (1992-1995) für bis zu 100.000 Euro auf wehrlose Zivilisten in der belagerten Stadt Sarajevo geschossen zu haben. Die Mailänder Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag mit besonderer Schwere der Schuld vor. Der Mann bestreitet die Anschuldigungen und gibt an, aus beruflichen Gründen in Bosnien gewesen zu sein, nicht zur Jagd. Ermittlungen, angestoßen durch den Journalisten Ezio Gavazzeni nach der Dokumentation „Sarajevo Safari“, decken organisierte „Menschen-Safaris“ auf, bei denen Ausländer von serbisch-bosnischen Soldaten zu Scharfschützenpositionen eskortiert wurden. Der Verdächtige ist der erste namentlich bekannte Beschuldigte in einem Fall, der ein dunkles Kapitel des Krieges beleuchten könnte.














