Kurz vor dem Inkrafttreten der EU-Asylreform am Freitag drängt die SPD auf den schrittweisen Abbau der deutschen Grenzkontrollen. Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, argumentiert, dass die Binnengrenzkontrollen mit der Einführung der neuen GEAS-Regelungen perspektivisch beendet werden sollten, beginnend mit weniger von irregulären Übertritten betroffenen Abschnitten. Die Union, vertreten durch Alexander Throm, lehnt dies als verfrüht ab und fordert abzuwarten, ob alle Mitgliedstaaten ihren Verpflichtungen nachkommen, insbesondere Italien und Griechenland. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht die Notwendigkeit der Kontrollen weiterhin gegeben, da der EU-Außengrenzschutz noch verbessert werden müsse. EU-Kommissar Magnus Brunner und Luxemburgs Außenminister Léon Golden hatten zuvor auf ein sofortiges Ende der Kontrollen gedrängt. Aktuell führen neun Schengen-Länder Grenzkontrollen durch.