Die Romandie wächst besonders stark. Und doch lehnt sie die 10-Millionen-Initiative deutlicher ab als jene zur Masseneinwanderung. Warum? 14.06.2026

Die Romandie hat die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» mit 62 Prozent deutlich abgelehnt, was weit über dem Ergebnis der Deutschschweiz liegt. Trotz eines starken Bevölkerungswachstums in Kantonen wie Freiburg, Waadt und Genf überwiegen in der Westschweiz die wirtschaftlichen Vorteile und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Experten führen das Ergebnis auf eine geringere SVP-Präsenz, eine stärkere Verankerung linker Parteien sowie eine kosmopolitischere Identität zurück, die internationale Zusammenarbeit und Multikulturalismus betont. Zudem wird vermutet, dass die Romands ein höheres Vertrauen in staatliche Institutionen haben und die Sorge hegten, dass eine Annahme der Initiative paradoxerweise zu noch mehr Grenzgängern führen könnte. Während in der Deutschschweiz der Begriff «Dichtestress» emotionalisiert wurde, suchte man in der Romandie eher nach konkreten infrastrukturellen Lösungen für die Herausforderungen des Wachstums.















