Warum manche Eltern mit dem Babygeschlecht hadern 16.03.2026

Das Phänomen der "Gender Disappointment", bei dem Eltern enttäuscht sind, wenn das Geschlecht ihres Kindes nicht ihren Erwartungen entspricht, gewinnt durch soziale Medien an Sichtbarkeit. Früher wünschten sich Eltern oft einen männlichen Erben, doch aktuelle Studien deuten auf eine Präferenz für Mädchen in westlichen Kulturen hin, was auf Geschlechterstereotype zurückgeführt wird, wonach Mädchen als pflegeleichter und Jungen als wilder gelten. Diese Stereotypen werden von Experten wie Tina Spies kritisch gesehen, die eine Retraditionalisierung der Geschlechterrollen befürchtet. Bildungsstatistiken zeigen, dass Mädchen zwar im Durchschnitt besser bewertet werden, Jungen jedoch häufiger eine Gymnasialempfehlung erhalten und die Schule früher verlassen. Auch bei der Pflege von Angehörigen und der Erwerbstätigkeit gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Psychische Gesundheitsprobleme treten bei beiden Geschlechtern auf, wobei Jungen eher ADHS-Diagnosen erhalten und Mädchen häufiger unter Depressionen und Angststörungen leiden, was möglicherweise zur Mädchenpräferenz beiträgt. Letztendlich spielt das Geschlecht für die meisten Eltern nach der Geburt des Kindes keine Rolle mehr, und einige entscheiden sich bewusst dagegen, das Geschlecht vorab zu erfahren, um Stereotypen zu vermeiden.














