Warum Schweizerinnen durch Heirat ihr Bürgerrecht verloren – und wer Aufarbeitung fordert 21.06.2026

Tausende Schweizerinnen verloren zwischen 1885 und 1952 automatisch ihr Bürgerrecht, wenn sie einen Ausländer heirateten. Laut historischen Schätzungen waren mindestens 85’200 Frauen betroffen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Die sogenannte Heiratsregel machte Frauen zu Fremden im eigenen Land: Sie mussten um ihre Aufenthaltsbewilligung bangen, verloren teilweise ihre Arbeit und wurden mit Berufsverboten belegt, etwa als Beamtinnen oder Lehrerinnen. Männer waren von diesen Regeln nicht betroffen. Besonders drastisch waren die Folgen während des Zweiten Weltkriegs, als die Schweiz die Praxis per Notrecht verschärfte. Wie viele Frauen als Folge des Bürgerrechtsentzugs den Tod fanden, ist bislang nicht erforscht.

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