Wehrpflicht-Lotterie als „Tatbestand der Folter“: Wo eine rote Karte jedes Jahr Zwangsdienst bedeutet 14.04.2026

In Thailand entscheidet jedes Jahr im April eine Militärlotterie über den Wehrdienst von Zehntausenden jungen Männern. Teilnehmer ziehen entweder ein rotes Los für eine zweijährige Einberufung oder ein schwarzes Los für die Freiheit. Dieses System, das seit 1954 besteht, wird als „Tatbestand der Folter“ kritisiert und sorgt jedes Jahr für emotionale Zusammenbrüche und Proteste, ähnlich einer dystopischen Filmkulisse. Während in Deutschland über ein freiwilliges Wehrdienstmodell mit Fragebögen debattiert wird, werden in Thailand jedes Frühjahr rund 100.000 junge Männer zur Lotterie aufgerufen; über 62.000 waren es im Zyklus 2026. Wer nicht erscheint oder das rote Los zieht, dem drohen Haftstrafen, und besonders benachteiligte Gruppen sind unverhältnismäßig stark betroffen, wobei sie oft nur niedere Arbeiten verrichten oder Misshandlungen erfahren.














