Wiens Haus zum Goldenen Becher: Hinter dem schönen Namen steckt die Legende eines Frevels 13.06.2026

Das 1882 von Alexander Wielemans für den Industriellen Johann Czjzek errichtete „Haus zum Goldenen Becher“ am Stock-im-Eisen-Platz in Wien ist heute ein architektonisches Wahrzeichen. Der Name leitet sich von einer grausamen Legende aus dem Jahr 1549 ab: Der protestantische Bäckerknecht Josef Hayn soll während einer Fronleichnamsprozession die Monstranz zu Boden geworfen haben. Zur Strafe wurden ihm Hand und Zunge abgehackt, bevor er lebendig verbrannt wurde; Kaiser Ferdinand I. stellte zur Warnung eine Säule mit einer Monstranz, dem „goldenen Becher“, vor das Haus. Das Gebäude bildet mit dem „Haus zur Weltkugel“ eine Einheit und besitzt ein Zwillingshaus in der Brigittenau. Aktuell sorgen Renovierungsarbeiten und die Frage nach der Identität der Porträts an der Fassade für Aufmerksamkeit in Wiener Ämtern, während Kriegsschäden das ursprüngliche Türmchen zerstörten.














