Die Ost-Beauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) steht im Kulturhaus Gera, einem monumentalen Bau aus DDR-Zeiten, der 36 Jahre nach der Einheit nach neuem Sinn sucht – genau wie viele Orte und Menschen in Ostdeutschland. Ihre Heimatstadt hat seit der Wende 30 Prozent ihrer Einwohner verloren, vor allem jüngere Menschen und Frauen sind weggezogen. Kaiser selbst lebt mit ihrer Familie inzwischen vorrangig in Potsdam, hat aber ihren Erstwohnsitz in Gera behalten. Sie erlebt vor Ort, wie die AfD die Sehnsucht nach vermeintlich besseren Zeiten mit Nostalgie und „ostalgischer Gefühlsduseligkeit“ bedient – etwa bei Simson-Ausfahrten oder Volksfesten.